Bericht: 2. Baja Saxonia 2009

Es ging heiß her am Osterwochenende im Tagebau Profen – und das lag nicht nur an den im Vorjahr versprochenen sommerlichen Temperaturen, sondern vor allem an dem hitzigen Starterfeld, das einen heißen Start in die neue Saison versprach.

Nach einem gelungenen Start der BAJA SAXONIA im vergangenen Jahr war die Teilnehmerzahl deutlich gestiegen, die Streckenqualität weiter verbessert, die gute Organisation mit der Unterstützung des 4x4Clubs beibehalten und der Wettergott auf die Seite der Veranstalter gewechselt. Die Rahmenbedingungen stimmten – jetzt hatten nur noch die Teilnehmer ihren Beitrag zu einem heißen Offroad-Festival zu leisten. Und das taten sie wieder gern: So meldeten sich für die BAJA SAXONIA 2009 ca. 200 Teams aus 9 europäischen Ländern. Kaum eine andere deutsche Rallyeveranstaltung kann mit so einem sowohl internationalen als auch hochkarätigen Starterfeld aufwarten. Zu den Teilnehmern zählte unter anderem der viermalige Dakar-Sieger bei den Quads Tomas Kobiena (CZ), Breslau-Sieger Henrik Strasser und. Jörg Neese bei den Autos sowie die Teams Hellgeth und Heidenreich bei den LKW. Das “Who-is-Who“ der Amateurrallyeszene Europas fieberte also dem ersten wirklichen Härtetest 2009 entgegen und wollte nach einer langen Winterpause die Konkurrenzfähigkeit von Mensch und Material testen.

Das Gelände, das wieder von der MIBRAG zur Verfügung gestellt wurde, war im Vergleich zum vergangenen Jahr deutlich angewachsen. Dies ermöglichte dem Veranstalter, zwei abwechslungsreiche und anspruchsvolle Rundkurse von 43 km (am Samstag) bzw. 32 km (am Sonntag) zusammen zu stellen. Diese mussten entsprechend mehrmals umrundet werden, sodass eine gewertete Gesamtstrecke von 400 km erreicht wurde.

Da dieses Jahr am Karfreitag nicht gefahren werden durfte, begann das Rennwochenende mit einer entspannten Anmeldung sowie technischen Abnahme der Rallyeboliden. Viele Teilnehmer hatten sich auch lange nicht gesehen und so wurde die Ruhe vor dem Sturm für viele Benzingespräche untereinander genutzt.
Dass dieses Wochenende jedoch alles andere als Entspannung versprach, merkten vor allem die Motorrad- bzw. Quadfahrer recht früh. Am Samstag startete der Prolog mit dem ersten Motorrad um 5.40 Uhr. Es folgten die Quads, Autos und LKW und gegen 9 Uhr war klar, wer in diesem Jahr zu den heißen Favoriten zählen würde. Große Überraschungen blieben jedoch aus und so fanden sich auf den ersten Startplätzen auch alt bekannte Namen.

Pünktlich 10.00 Uhr starteten die Motorräder und Quads in ihre erste Wertungsprüfung. Die vielen Zuschauer im Start-Ziel-Bereich mussten über eine Stunde lang warten, bis das erste Motorrad seine erste Runde beendete. Die Navigation war knifflig und so hatten vor allem viele Neulinge ihre liebe Not damit. Getreu dem Motto “In der Ruhe liegt die Kraft“ wurden einige Schleifen gedreht und letztendlich auch von den meisten Teilnehmern der richtige Weg gefunden. Enorm war vor allem die Staubentwicklung hinter den Quads. Diese wirbelten so viel Staub auf, dass die Sicht gleich Null war und ein Überholmanöver nur mit allergrößter Vorsicht gestartet werden konnte. Bis auf einige kleine technische Probleme bei dem einen oder anderen Motorrad verlief das Rennen ohne weitere Schwierigkeiten.

15.00 Uhr fiel der Startschuss für die WP der Autos und Lkw. Auch hier waren nicht die ersten Starter gleichzeitig die Führenden nach der ersten Runde. Gute Navigatoren waren auch hier gefragt und so befanden sich zu Beginn des Rennens die alten Breslau-Hasen an der Spitze. Der Kampf der Teams und das Renntempo wurden von Runde zu Runde heftiger, und so waren vor allem von den bulgarischen Teilnehmern recht spektakuläre Fahrmanöver zu sehen. Dieser hohe Einsatz hatte natürlich zur Folge, dass einige Teams schon am Samstag mit erheblichen technischen Problemen zu kämpfen hatten oder sogar aufgeben mussten. Was jedoch noch irgendwie zu reparieren war, wurde in einer langen Nachtschicht von den zahlreich mitgereisten Serviceteams wieder flott gemacht und konnte am Sonntag von neuem starten.

Die 2.Wertungsprüfung der Motorräder und Quads begann wieder ähnlich früh wie am Vortag. Die Navigation sollte an diesem Tag keine so große Rolle spielen, jedoch war die Renndistanz von ca. 225 km nach dem anstrengenden Samstag eine besondere Herausforderung für viele Teilnehmer. Leider musste die WP für rund 40 Min. unterbrochen werden, da ein Quadfahrer im dichten Staub einen Abzweig übersehen hatte, deshalb in einen Graben fuhr und sich beim anschließenden Überschlag so unglücklich verletzte, dass er notärztlich auf der Strecke versorgt werden musste. Das Rennen wurde nach diesem Zwischenfall wieder neu gestartet und somit konnten alle verbliebenen Teilnehmer ihr eigenes Rennen bzw. ihren persönlichen Kampf gegen die anderen Starter oder auch den inneren Schweinehund beenden.
Das Teilnehmerfeld bei den Autos / Lkw war im Vergleich zum Vortag deutlich geschrumpft. Einige der Favoriten mussten leider aufgeben und so hieß es für den Rest der Starter „Durchhalten!“ und die 2. WP möglichst ohne technische Probleme überstehen. An der Spitze kämpften die gleichen Teams wie am ersten Renntag, jedoch sollten auch hier nicht die vielen anderen Teilnehmer vergessen werden, die einfach nur aus Spaß an der Freude dabei waren und mit sehr geringem finanziellen Aufwand auskamen. Durch ihre ruhigere Fahrweise lagen diese Teilnehmer in der Endabrechnung oftmals gar nicht schlecht und hatten so einen persönlichen Sieg errungen.

Leider wurde auf dieser Veranstaltung ein neues Zeitmesssystem eingesetzt, das vom Prinzip und von seinen Möglichkeiten zwar super ist, jedoch noch einige Kinderkrankheiten besitzt. Dies hatte zur Folge, dass die Auswertung recht lange dauerte und einige Ungereimtheiten darin vorkamen. Letztendlich konnten die Probleme gelöst werden und die dafür verantwortliche Firma aus diesen Fehlern lernen.

Die Wertungstabellen findet Ihr unter: www.baja-saxonia.de/wertung.htm

Fotos von der BAJA SAXONIA 2009 findet Ihr in unserer Fotogalerie.

(Text: Karsten Dorn)